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Informationen über Dagebüll

Dagebüll liegt direkt an der Nordsee und ist damit auch den Sturmfluten ausgesetzt. Durch aktiven Küstenschutz ist heute ein relativ sicheres Leben an der Nordseeküste möglich, dieses war vor einigen Jahrhunderten noch nicht so....

so in etwa hat unsere Küste vor den Sturmfluten ausgesehen (blaue Linie)

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die dünnere Linie zeigt in etwa die heutige Küstenlinie - es ist also im laufe der Jahrhunderte viel Land im Meer verschwunden

Die Küsten Frieslands wurden in den früheren Jahrhunderten von vielen Sturmfluten heimgesucht ud erhielten nach und nach ihr heutiges Aussehen.

Nach den Fluten von 1228; 1277; 1280 und 1334 (Clemensflut) kam dann vom 15. bis 17. Januar 1362 mit der zweiten Marcellusflut (grote Mandränke oder auch Rungholtflut) der Untergang für einen großen Teil der Nordfriesischen Küste. Es wurden etwa 100.000 Tote beklagt. Die Insel Nordstrand entsteht und das sagenhafte Rungholt (seine Existens wird erst 1938 anerkannt, als Überreste gefunden werden) versinkt im Meer. Wieviel Land insgesamt verloren ging, lässt sich heute nicht mehr genau sagen da es in dieser Zeit noch keine exakten Karten gab. Es sollen etwa 30 Kirchspiele untergegangen sein. Da die Bewohner in den Jahren nach der großen Flut stark dezimiert waren, hatten sie keine Chancen die Deiche wieder aufzubauen. Es ging weiteres Land verloren.

Nach dieser Flut versuchten die Menschen dem Meer ihr Land wieder abzuringen. Das war eine mühevolle Arbeit. Man errichtete zum Schutz für Mensch und Tier künstlich aufgeworfene Erdhügel (Warften) auf denen man lebte. Es lagerten sich auf den höher und geschützter gelegenen Flächen des untergegangenen Landes neue Schichten fruchtbaren Marschbodens ab. Dieses neu gewonnene Land musste geschützt werden und wurde nach und nach eingedeicht und bekam den Namen Koog.

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so sieht unser Deich heute aus - zum Schutz gegen das Meer - auch Blanker Hans genannt
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weitere Fotos von Klaus Lölke...

Die höher gelegenen Geestinseln Föhr, Amrum und Sylt überstanden die Sturmfluten.

Am 1. November 1436 gab es dann wieder schwere Sturmflutschäden im Bereich Eiderstedt und Nordstrand, Eidum (auf Sylt) versinkt.

Am 1. November 1532 gab es wieder mehrere Tausend Tote in Nordfriesland. Die Kirche in Klixbüll lieferte die Höhenmarke.

Im Dezember 1593 brachen in Nordfriesland mehrere Deiche.

Am 1. Dezember 1615 (große Schadensflut) werden die Friedhöfe vieler Dörfer verwüstet.

etwa 1626 war Dagebüll eine Hallig mit etwa 447,5 Hektar, nachdem sie durch den Anstieg des Meeresspiegels und der großen Sturmflut 1362 (Marcellusflut) vom Festland abgetrennt wurde.

Am 11. Oktober 1634 Burchardiflut (zweite grote Mandränke) das Chaos bricht mal wieder über die Küste herein. Es gibt etwa 15.000 Tote. Die Insel Strand wird in mehrere Teile zerrissen. Vom alten Marschland  (Strand) blieben nur die Marschinseln Pellworm und Nordstrand erhalten. 


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Unsere Nordsee

mal friedlich und sanft - mal aufbrausend und stürmisch - so kennen wir sie - so lieben wir sie 

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weitere Fotos von Klaus Lölke...
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Die Halligen wuchsen zum Teil auf den Resten des mittelalterlichen Marschlandes wieder empor. Schicht auf Schicht lagerte das Meer bei Sturmfluten den Schlick ab. Das geschieht auch heute noch und unterscheidet die Halligen von den Inseln die durch ihre natürliche Höhe oder Deiche geschützt sind.

Wenn man heute eine Wattwanderung macht kann man Teile des untergegangenen Festlandes immer noch sehen, so z. B. Mauerreste, Ziegelsteine, Tonscherben, Brunnenringe, gelegentlich sogar den Grundriss einer ganzen Warft.

Damit solche Ereignisse sich nicht wiederholen sollten fing man im 16. Jahrhundert mit dem Deichbau an. Es wurde mit der Landgewinnung begonnen. Die Orte an den Häuser gebaut werden sollten wurden erhöht und nennen sich Warften. vor den Deichen wurden die ersten Lahnungen gebaut um dem Meer wieder einen Teil des ehemaligen Festlandes abzuringen. Wenn sich genug Boden angesammelt hat wird davor ein neuer Deich gebaut. Das neu gewonnene Land nennt sich dann Koog. Auf diese Weise wurden im 16. und 17. Jahrhundert über 60 Köge dem Meer abgerungen. Die Deiche hinter den Kögen nennen sich Schlafdeiche. Sie sind nicht so hoch wie die Deiche die davor gebaut wurden da man sich immer wieder dem steigenden Pegel des Meeres anpassen musste. Wenn allerdings einer der Außendeiche mal brechen sollte sind diese Schlafdeiche die einzige Chance damit das Binnenland mit trockenen Füßen davonkommen kann. Wenn auch diese Deiche nicht halten oder zu klein sind, läuft das Wasser ungehindert weiter ins Landesinnere.

Etwa 1702 wurde in Dagebüll mit der Eindeichung begonnen (Dagebüller Koog).

Um 1704 wurde Dagebüll mittels Damm mit dem Vorland des Alten Christian-Albrechts-Koogs verbunden.

Am 24./25. Dezember 1717 gibt es die größte bis dahin bekannte Sturmflut.

1727 wurde der Dagebüller Koog durch den eingedeichten Kleiserkoog landfest.

Um der so entstandenen Halbinsel Dagebüll Schutz zu verschaffen wurden 1778 im Süden der Juliane-Marien-Koog und 1798 im Norden der neugewonnene Marienkoog eingedeicht.

24. November 1981 Nordfrieslandflut. Höchste Scheitelwasserstände in Nordfriesland mit 4,72 m über Normal Null in Dagebüll.

Heute hat Dagebüll eine Fläche von etwa 3.600 Hektar und ungefähr 1000 Einwohner.

Man versucht auch heute noch festzustellen wo genau vor dem Untergang des ehemaligen Festlandes die Menschen gelebt haben und wie fortschrittlich ihr Leben war. Es gibt allerdings wenig verlässliche Angaben und da jetzt das Wattenmeer dort ist und seinen "Schatz" hütet ist es auch nicht so einfach hierüber Daten zu gewinnen. Das Wattenmeer gibt uns manchmal etwas wieder frei, es zerstört es dann aber auch wenn man es nicht schnell genug dokumentiert hat...

Im Dagebüller Hafen ist heute das Tor zu den Inseln und Halligen und natürlich zum Naturpark Wattenmeer.

Der Leuchtturm von Dagebüll ist heute nicht mehr in Betrieb. Foto_067_1.jpg

Es gibt einen Bahnhof in Dagebüll der uns an das Schienennetz in Schleswig-Holstein anbindet. Es gibt allerdings auch noch eine Halligbahn für die Bewohner der Halligen Langeneß und Oland. Die "Mini"-Bahnstrecke ermöglicht den Bewohnern den Kontakt mit dem Festland. Hiermit werden hauptsächlich Materialtransporte durchgeführt. Sie wurde 1927/1929 erbaut.

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weitere Fotos von Klaus Lölke...
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In Dagebüll Kirche liegen auch heute noch viele alte Höfe auf Warften.

Die Kirche wurde 1731 erbaut. Sie bildet den Kern der historischen Hallig. Der Turm wurde allerdings erst nach einer Renovierung 1906 angebaut. Die Glocke ist eine der ältesten in Schleswig und stammt aus dem Jahr 1584. 

Zu Dagebüll Kirche gehört heute auch der Osewoldter Koog der 1935 eingedeicht wurde und bei dem 1936 mit der Besiedelung begonnen wurde.

Kööge in und um Dagebüll




1.Galmsbüller Koog (eingedeicht 1936)
2. Dagebüller Koog (eingedeicht 1702-04)
3. Osewoldter-Koog (eingedeicht 1935)
4. Juliane-Marienkoog (eingedeicht 1777-78)
5. Kleiseerkoog (eingedeicht 1725-27)

6. Fahretofter Norderkoog (eingedeicht 1633-38)
7. Fahretofter Süderkoog
(eingedeicht 1668-69)
8. Hauke-Haien-Koog (eingedeicht 1858-59)
9. Bottschlotter-Koog (eingedeicht 1633-38)
10. Herrenkoog  (eingedeicht 1641)



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