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Rungholt

Rungholt bestand aus den Orten Grote Rungholt und Lütke Rungholt und war eines von sieben Kirchspielen auf der ehemaligen Insel Strand. Es wurde in der zweiten Marcellusflut am 16. Januar 1362 zerstört. Ebenso wie der Ort Niedam in direkter Nachbarschaft.

Nach der Flut konnten einige Teile des ehemaligen Rungholtgebietes wieder besiedelt werden, nur um 1532 in der Sturmflut unterzugehen. Von der Insel Strand (Alt-Nordstrand) sind heute nur noch die Halbinsel Nordstrand, die Insel Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor übrig. Die restlichen Gebiete gingen 1634 in der Burchardiflut verloren und sind heute nur noch Wattenmeer.

Lange Zeit galt Rungholt als Legende. Es gab keine Beweise das Rungholt existiert hat, bevor sie 1362 unterging. Das änderte sich erst als das Wattenmeer bereit war uns die Überreste zu zeigen. Zwischen 1921 und 1938 wurden nördlich von Südfall die Überreste von Warften, Brunnen und Bauten freigespült. Diese Funde wurden genau erfasst und erforscht. Hiermit konnten die alten Karten endlich bestätigt werden. Weitere Indizien sind ein Testament aus dem Jahre 1345 in dem Rungholt erwähnt wird und eine Handelsvereinbarung die am 01. mai 1361 mit Hamburger Kaufleuten abgeschlossen wurde. Damit wurde dann endlich Rungholt anerkannt.

Durch Forschungen geht man heute davon aus das etwa 1.500 bis 2.000 Einwohner im Gebiet Rungholt gelebt haben. Für eine Ortschaft des 14. Jahrhunderts eine große Zahl. Zum Vergleich: Kiel hatte etwa die gleiche Anzahl, Hamburg etwa 5.000 Einwohner.

Rungholt war ein bäuerlicher Handelshafen, bestand zum größten Teil aus Warften auf denen die Bewohner in Grassoden-Häusern lebten. Sie hatten im Dorfmittelpunkt eine Kirche mit Friedhof. Für den Schutz der Warften hatten sie Deiche gebaut und Schleusen für die Entwässerung.

Nach dem Untergang Rungholts lebten die Legenden auf. Danach waren die Bewohner sehr reich und Gottlos. Angeblich haben sie den Pfarrer durch ihre Frevel an Gott und der Kirche so erschüttert das er zu Gott betete er möge dem Treiben ein Ende setzen. Nachts im Traum wäre ihm dann vorhergesagt worden das er das Gebiet verlassen sollte. Als er sich in Sicherheit gebracht hatte ist die Flut über Rungholt hereingebrochen und hat das gesamte Dorf mit allen Bewohnern, außer ihm und zwei Mädchen die sich außerhalb auf einer Kirchweih befanden, verschlungen.

Die Legenden erzählen weiterhin das man auch heute bei ruhigem Wetter die Glocken Rungholts unter der Wasseroberfläche hören kann. Angeblich soll die Stadt auch alle sieben Jahre in der Johannisnacht aus der Erde auftauchen und völlig unversehrt sein.

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